Hundebox als Erziehungshilfe

Alle möglichen Erziehungsfragen

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Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon BlueEyes » Sa Dez 18, 2010 8:06 pm

Jetzt hab ich das schon so oft gehört und auch hier in verschiedenen Threads gelesen das viele empfehlen den Hund in eine Box zu sperren wenn er noch nicht so wirklich stubenrein ist oder man ihn alleine lassen muss und er Sachen zerstört manchmal sogar über mehrere Stunden...
Ist das wirklich richtig? das Tier muss sich doch bewegen können vorallem wenns mehrere Stunden sind irgendwie fühlt sich das für mich total falsch an ich könnte Mike niemals einsperren...Er bekommt jetzt auch ein Hundehaus angefertigt aber ohne Tür also nur damit er sich zurückziehen kann und seine Ruhe und den nötigen Schutz hat den er braucht aber die würde ich nie zusperren......Meine Freundin die auch Pflegstelle und sogar Hundetrainerin ist macht es nachts auch so alle Hunde (ca. 6 Stück) schlafen jeder in einer geschlossenen Box.....
Seit ihr alle der Meinung das das sinnvoll ist und für die Hunde???
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Ariellée » Sa Dez 18, 2010 8:14 pm

In eine Box würde ich meinen Hund niemals einsperren, warum auch immer. Wenn der Hund eine OFFENE Box als Ruhe und Rückzugsecke vorzieht ist das ok. Aber einsperren, ne das würde ich niemals tun. Wega wechselt oft den Schlafplatz, von daher wäre sowas für sie sowieso fehl am platz.
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon martinav » Sa Dez 18, 2010 8:34 pm

Doch, ich habe das schon oft gehört, auch von der Trainerin in der Hundeschule. Sicher ist das nicht jederhunds Sache aber es gibt tatsächlich welche, die fühlen sich in der Box geborgen.

Ich kenne sogar persönlich einen Fall, wo der Hund die ganze Wohnungseinrichtung zerstört hat, wenn er alleine war. Er hatte einfach Stress weil er unsicher war und nicht wusste, was er machen sollte.
Er wurde an einen Kennel gewöhnt und siehe da, wenn seine Leute unterwegs waren hat der Hund ganz friedlich geschlafen, er fühlte sich dort geborgen und hatte nicht den Druck etwas tun zu müssen.

Sicherlich sollte man einen Hund nicht den halben und schon gar nicht den ganzen Tag in den Kennel stecken aber es gibt wirklich Tiere, die sich dort geborgen fühlen.

Bei uns ist die Box ein sehr beegehrter Schlafplatz.
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon 99cane99 » Sa Dez 18, 2010 8:51 pm

ich könne es mir auch nicht vorstellen.
Wir haben es bei Luna anders gelernt das alleine bleiben.
Liebe Grüße

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon 1er von 5en » Sa Dez 18, 2010 9:30 pm

Gehört und gelesen hab ich es auch schon oft, allerdings kann ich es mir für meine Hunde nicht vorstellen. Ok, wir hatten noch nie einen Welpen - der jüngste Hund, der bei uns einzog war Asti mit 4 Monaten und da er von Anfang an im LKW mitfuhr und da alle 4Std. raus kam, hatte sich die Sache mit Stubenreinheit sehr schnell erledigt. Zerstört haben unsere Hunde bisher auch nicht wirklich etwas, so daß wir halt noch nie einen Grund für solche Methoden hatten. Allerdings stehen bei uns auch 2 Faltboxen, die aber immer offen sind - diese werden auch sehr gerne angenommen.
Sollten wir mal einen Grund haben, daß ein Hund nicht sauber ist, dieses lernen muss oder ein Zerstörer einzieht, würde ich zu einem Laufstall greifen, da dieser doch ein wenig mehr Platz bietet.
LG Silke, Ralf & Anhang mit Asti im Herzen

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon BlueEyes » So Dez 19, 2010 12:00 am

Ich habe oft das Gefühl es wird aus Faulheit der Besitzer praktiziert und umso mehr das in die Welt hinausgetragen wird umso mehr Leute machen es sich einfach und parken den Hund in der Box.........Ich kenne eine Frau die hat kurzfristig einen jungen etwas verstörten Labrador zu sich genommen und musste ihn ohne Eingewöhnung mit dem 2. Hund gleich halbtags alleine lassen und da er einiges angfressen hatte und sie nicht die Zeit hatte mit ihm das allein sein zu üben wurde er jeden Tag für knapp 5 stunden in die Box gepackt und sowas wird von Hundeschulen auch noch unterstützt Ihr Hundetrainer hatte ihr dazu geraten...das kann ich nicht nachvollziehen....
Vlt. gibt es Härtfälle bei denen das so sinnvoll ist so wie Martina auch beschreit das könnte ich noch nachvollziehen aber das sollte doch keine Paradelösung werden....oder sehe ich das falsch...???!!!!
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Claudia » So Dez 19, 2010 4:19 am

BlueEyes hat geschrieben:Ich habe oft das Gefühl es wird aus Faulheit der Besitzer praktiziert

Weiß nicht....was hat es mit Faulheit zu tun wenn man seine Wohnungseinrichtung so mag wie sie ist oder es als überflüssig empfindet, jede Stunde mit dem Hund in den Garten zu gehen mit dem Ergebnis, dass er dann doch in die Wohnung macht weil er gar keine Chance hat zu begreifen was man von ihm erwartet?

Ich hab ja schon erwähnt dass ich lange Zeit als Pflegestelle fungiert habe. Damals habe ich zur Miete in einer normalen Wohnung gewohnt und ich hatte in jedem Zimmer Teppichboden. Somit kam das Pipi/Haufen machen innerhalb der Wohnung überhaupt nicht in Frage. Sie haben schlicht und ergreifend sofort vom ersten Betreten meiner Wohnung keine Chance bekommen, irgendwo hin zu machen. Beim erwachsenen Hund ist das nunmal nur mit Hilfe einer Box möglich. Spätestens am dritten Tag hatte auch der allerletzte begriffen, dass der optimale Platz für´s Geschäft draußen vor der Tür ist.

Ich sehe da keinen Sinn drin wenn sich Angewohnheiten, die die meisten Menschen als störend empfinden festigen nur weil ich meine menschlichen Maßstäbe auf Hunde übertragen muss.
Und noch weniger Sinn macht es für mich, es erst zuzulassen dass sich diese unerwünschten Angwohnheiten festigen um zeitgleich daran zu arbeiten dass der Hund sie wieder abstellt.

BlueEyes hat geschrieben:und umso mehr das in die Welt hinausgetragen wird umso mehr Leute machen es sich einfach und parken den Hund in der Box.........

Dafür könnte es zwei Möglichkeiten geben:
Diese Hundehalter, die die Kunde von der Box in die Welt hinaus tragen, sind kritiklose merkbefreite Hundebesitzer, die eine Weisheit verbreiten obwohl die Methode bei ihnen gar nicht funktioniert hat und der Hund einen psychischen Schaden davon getragen hat weil er in der Box eingesperrt war und finden andere Hundehalter, die ebenso kritklos und merkbefreit sind und das Gehörte einfach nachmachen.
Oder diese Hundehalter verbreiten ihre eigenen Erfahrungen über Methoden, die bei ihnen innerhalb kürzester Zeit zum Ziel geführt haben und finden andere Hundehalter die offen genug sind, eine ihnen bisher fremde Methode auszuprobieren.

BlueEyes hat geschrieben:Ich kenne eine Frau die hat kurzfristig einen jungen etwas verstörten Labrador zu sich genommen und musste ihn ohne Eingewöhnung mit dem 2. Hund gleich halbtags alleine lassen und da er einiges angfressen hatte und sie nicht die Zeit hatte mit ihm das allein sein zu üben wurde er jeden Tag für knapp 5 stunden in die Box gepackt und sowas wird von Hundeschulen auch noch unterstützt Ihr Hundetrainer hatte ihr dazu geraten...das kann ich nicht nachvollziehen....


Welches wären denn die Alternativen zur Box?
Hätte sie den Labrador dort lassen sollen wo er war?
Soll sie zusehen wie ihre Wohnungseinrichtung nach und nach zerstört wird?
Soll sie ihn wieder abgeben?

Alle drei genannten Alternativen kommen doch nicht wirklich in Frage, oder?

Richtig wäre folgende Vorgehensweise: Der Grund für die Zerstörung muss herausgefunden werden. Ist es Verlassensangst? Ist es Langeweile? Ist es Kontrollverlust?
Bis ich das zweifelsfrei heraus gefunden habe, ist schon der erste Teil meiner Wohnungseinrichtung angefressen. Dann fange ich mit der Therapie an und es ist jedem klar dass eine Verhaltensänderung nicht von heute auf morgen stattfinden kann. Bis die Therapie dann gefruchtet hat ist der Rest meiner Möbel zu Sägespänen verarbeitet worden. Ist für mich keine allzu erheiternde Vorstellung.

Genauso wäre es für mich wenig erheiternd, wenn ich tagelang bei meiner Rückkehr von der Arbeit Pfützen und Haufen vorfinden würde und der Hund selbst dann in die Wohnung machen kann, wenn ich dabei bin und obwohl ich alle Stunde mit ihm raus renne.
Auf die Art mache ich es dem Hund einfach total schwer, denn er kann doch gar nicht zeitnah herausfinden was ich von ihm möchte.

Du versuchst jetzt, ihm das wie folgt abzugewöhnen: Du ignorierst das Fehlverhalten und bestätigst das erwünschte Verhalten, nämlich das Pipi/Haufen machen ausserhalb der Wohnung. Das Problem dabei ist, dass der Hund verknüpfen können muss WAS du da grade belohnst und genau da ist der Knackpunkt. Belohnst du in den Augen des Hundes wirklich das Pipi-machen? Oder belohnst du vielleicht das Scharren danach, weil du ein Sekunde zu spät bestätigtst. Oder belohnst du vielleicht den Blick in Nachbars Garten während des Häufelns?
Wären deine Bestätigungen auf den Punkt genau, dann hättest du heute, knapp eine Woche nach dem Einzug des Hundes kein Problem mehr, dann hätte er innerhalb von zwei Tagen begriffen was du von ihm willst. Hat er aber nicht. Ihm bleibt jetzt nur das Lernen über Versuch und Irrtum und das dauert eben. Es dauert umso länger, je öfter er Gelegenheit hat weiterhin in die Wohnung zu machen. Erschwerend kommt ja noch hinzu, dass du ihn indirekt auch für das Pieseln in der Wohnung bestätigst, sei es nur durch erhöhte Aufmerksamkeit und sofortiges Hinspringen zum Wegwischen.

Bei mir ist die Box beliebter Schlafplatz und sie wird immer gerne aufgesucht. Ich habe nur eine Box, aber mehrere Hunde, daher kommt es öfters vor dass sich zwei um den Platz streiten (streiten im Sinne von rausdrängeln oder nerven). Die Türe ist fast immer auf, aber in regelmäßigen Abständen sperre ich einen Hund darin ein, einfach so, grundlos, nicht zur Strafe oder weil sie sonst was kaputt machen. Ich habe nicht den Eindruck dass sie das in irgendeiner Weise berührt, sie liegen ganz entspannt drin so als wäre die Türe auf. Hätten sie ein Problem mit dem Eingesperrtsein würden sie fortan die Box meiden.

Sicherlich ist es kaum angebracht den Hund über einen längeren Zeitraum tagtäglich stundenlang darin einzusperren. Aber für ein paar Tage, eben solange bis sich das Problem erledigt hat, empfinde ich es als annehmbare Alternative. Besser als ewiges erfolgloses Rumdoktern.

Probiers doch einfach mal aus mit der Box. Du wirst doch sofort merken wenn der Hund ernsthaft unter der Bewegungseinschränkung leiden würde.

Wieso meinen die anderen eigentlich, dass es dem Hund schaden würde bzw. dass er drunter leiden würde? Bei meinen Hunden ist es so dass sie oft eine ganze Weile auf einem Fleck liegen ohne den Platz zu wechseln, besonders Fio ist sehr ausdauernd darin. Insofern wären sie faktisch gar nicht benachteiligt, es fühlt sich lediglich anders an, weil sie könnten wenn sie wollten.
Im Büro liegen sie alle stundenlang auf ihren Plätzen, erstens weil es im Büro nix gibt womit sie sich sonst beschäftigen könnten und zweitens weil sie es so gelernt haben, Bürozeit ist Schlafenszeit. Ob da nun noch ne Box um ihren Platz drumherum ist, ist doch einerlei. Oder?

Nicht dass mich jetzt jemand falsch versteht. Ich will hier nicht das dauerhafte stundenlange Wegsperren anpreisen, aber kurzzeitig zum Beseitigen einer dummen Angewohnheit oder Lösen eines Problems ist es durchaus eine Option.

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Petri » So Dez 19, 2010 9:50 am

Die Hundebox wird so oft negativ belegt...wir selbst haben keine Box, aber einen alten Katzenkorb in dem sich Luki als Welpe immer zurückziehen konnte. Und er macht das heute noch, wobei ich manchmal die Befürchtung habe, das er irgendwann mal stecken bleibt :mrblue:
Was ich sagen will ist, wenn die Box positiv für den Wauzi ist...warum denn nicht.
Claudia hat geschrieben:....
Sicherlich ist es kaum angebracht den Hund über einen längeren Zeitraum tagtäglich stundenlang darin einzusperren. Aber für ein paar Tage, eben solange bis sich das Problem erledigt hat, empfinde ich es als annehmbare Alternative. Besser als ewiges erfolgloses Rumdoktern....
LG Claudia

Seh ich auch so...

Unsere Wauzis hatten es alle schnell raus, wo sie ihr Geschäft erledigen sollen
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...und auch drei sind keiner zuviel...
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon BlueEyes » So Dez 19, 2010 9:58 am

Toller Bericht Claudia manches kann ich so nachvollziehen einiges aber nicht.
Beliebt ist die Box, klar mike mag es auch wenn er etwas schützendes über dem Kopf hat aber er sucht sich nachts auch ständig einen anderen Schlafplatz und deshalb würde ich das nie mit ihm machen.
Für mich käme es trotzdem nicht in Frage.....ich würde es wohl dann doch erstmal eher mit Übungen und Eingewöhnung versuchen.
Habe aber auch schon öfter gehört das es Pflegestellen oder Tierschützer so machen weil sie einfach immer viele Hunde haben die oft eine Vorgeschichte haben und sie sich nicht so verhalten wie ein "normal" erzogener Hund und diese sich nicht jedem so annehmen können wie ich das zum Beispiel gemacht hätte wo ich nur einen habe und mich voll auf den konzentrieren kann. Ist meine Erfahrung muss nicht auf jeden zu treffen.
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Claudia » So Dez 19, 2010 1:09 pm

BlueEyes hat geschrieben:Für mich käme es trotzdem nicht in Frage.....

Magst Du erklären warum?
Meinst du der Hund hätte mit der Box ein Problem oder hast du selbst mit der Box ein Problem?

BlueEyes hat geschrieben:ich würde es wohl dann doch erstmal eher mit Übungen und Eingewöhnung versuchen.

Das verstehe ich, man probiert ja immer erst mal das aus womit man schon mal Erfolg hatte.

Aber du hast es doch jetzt schon eine Woche lang erfolglos ausprobiert.
Stubenreinheit bei erwachsenen Hunden ist in der Regel ein Problem, was sich innerhalb von einigen Tagen lösen läßt (im Gegensatz zur Stubenreinheit bei Welpen).

Grundsätzlich sagt man doch, dass wenn eine Methode nicht innerhalb kurzer Zeit zum Erfolg führt, dann ist es eben die falsche Methode - zumindest für diese spezielle Hund-Mensch-Team- und man sollte flexibel genug sein, etwas anderes auszuprobieren.

Ich persönlich halte es für Zeit- und Energieverschwendung an etwas festzuhalten, was mich nicht innerhalb einer angemessenen Zeit zum Ziel bringt.

Außerdem sollte man den Stressfaktor nicht unterbewerten. Der Hund schein ja gar nicht zu verstehen warum du ihn so oft in den Garten führst, denn sonst würde er ja nicht postwendend nach dem Hereinkommen ins Zimmer machen. Auch wenn du das Fehlverhalten nicht korrigierst merkt der Hund doch, dass "irgendwas" nicht richtig ist, dass er "irgendwas" falsch macht, er weiß nur nicht was und wie er es besser machen kann.

Irgendwann wird jeder Hund stubenrein, egal wie geschickt oder ungeschickt man sich anstellt, die Frage ist ja nur wie lange es dauert und wieviel Mißerfolg man bis dahin bereit ist in Kauf zu nehmen. Mißerfolg nicht nur in dem Sinne, dass die Wohnung beschmutzt wird sondern auch dass der Hund dadurch verunsichert wird weil er haargenau merkt dass von ihm irgendwas erwartet wird, er aber nicht rausbekommt - rausbekommen kann - was es ist.
Auch wenn man nicht schimpft oder korrigiert (was ich im Übrigen auch nicht tun würde weil es genauso wenig zum Erfolg führt), so findet man es alles andere als toll wenn der Hund reinmacht, irgendwann ist man sogar verärgert, genervt und ungeduldig und genau die Stimmung kommt beim Hund an, auch wenn man sich noch so bemüht es zu verbergen. Das würde ich mir und vor allen Dingen dem Hund ersparen wollen, grad in der Anfangszeit, wo die Weichen für ein vertrauensvolles Miteinander gelegt werden.

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon BlueEyes » So Dez 19, 2010 4:00 pm

Claudia hat geschrieben:Aber du hast es doch jetzt schon eine Woche lang erfolglos ausprobiert.


Kann es sein das wir uns missverstehen, ich habe kein Problem mit der Stubenreinheit also ich meine natürlich Mike....:-) er kam ja als Welpe zu uns und wurde ganz zügig sauber...
Ich glaube du verwechselst mich mit Sabine (Muki) mit ihrer Lilly kann das sein??? :zwinker:

Claudia hat geschrieben:Magst Du erklären warum?
Meinst du der Hund hätte mit der Box ein Problem oder hast du selbst mit der Box ein Problem?


Also Mike könnte ich jetzt so ohne Eingewöhnung nicht in eine Box sperren er würde sofort Angst bekommen aber er ist auch eher ein ängstlicher Hund....
Ich glaube einfach das ein Hund ein Bewegungstier ist und wenn man ihn 5 Stunden am Tag in eine Box sperrt über mehrere Wochen (bezogen auf die Frau mit dem Labador) dann finde ich das nicht korrekt, er kann nicht spielen nicht laufen nicht toben etc.

Ich denke das es richtig angewandt vlt. für einige Härtfälle das richtige sein kann falsch angewandt glaube ich kann es aber auch zu noch schlimmeren Traumatisierungen führen.
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Claudia » So Dez 19, 2010 8:10 pm

BlueEyes hat geschrieben:Ich glaube du verwechselst mich mit Sabine (Muki) mit ihrer Lilly kann das sein??? :zwinker:

Ach Mist....ja klar, ich meinte Sabine mit ihrem neuen Hund...sorry!


BlueEyes hat geschrieben:Ich glaube einfach das ein Hund ein Bewegungstier ist und wenn man ihn 5 Stunden am Tag in eine Box sperrt über mehrere Wochen (bezogen auf die Frau mit dem Labador) dann finde ich das nicht korrekt, er kann nicht spielen nicht laufen nicht toben etc.

Ah okay, du meinst die Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist das, was die Box für dich nicht akzeptabel macht?

Aber was machen denn die meisten Hunde (die kein Problem mit Alleinsein haben) in der Abwesenheit ihrer Besitzer? Sie schlafen...

Ich glaube nicht dass die Hunde die Abwesenheit nutzen um ein paar Runden um den Tisch zu joggen oder sonstwelche bewegungsintensiven Aktionen starten.
Insofern besteht doch die einzige Einschränkung darin, dass sie den Schlafplatz vorgegeben bekommen und diesen für eine gewisse Zeit auch nicht wechseln können.
Das empfinde ich aber als sehr geringfügige Einschränkung, vor allem dann wenn man damit ein Problem umgehen kann wie das Anfressen von Möbeln oder in die Wohnung machen.

Grundsätzlich sollte man sicher darauf hinarbeiten ohne Box auszukommen, schon allein weils praktischer ist (ich hätte beispielsweise gar keinen Platz für mehrere Boxen), aber um ein bestimmtes Ziel damit zu erreichen finde ich das schon in Ordnung.

Ich glaube der Hund selber empfindet die Einschränkung gar nicht als tragisch, zumindest dann nicht wenn er müde und ausgelastet da rein kommt. Anders sieht es sicher aus wenn ich morgens einen ausgeschlafenen Hund dort einsperren will, ohne vorher mit ihm so lange draußen gewesen zu sein dass er auch wirklich müde ist und schlafen möchte. Aber davon reden wir ja nicht.

BlueEyes hat geschrieben:Ich denke das es richtig angewandt vlt. für einige Härtfälle das richtige sein kann falsch angewandt glaube ich kann es aber auch zu noch schlimmeren Traumatisierungen führen.

Ich glaube wirklich nicht dass Hunde ein Trauma erleiden nur weil sie ihren Liegeplatz für einen überschaubaren Zeitraum nicht frei wählen können.

Ich vermute dass das Thema Hundebox zu emotional und vor allem zu sehr vermenschlicht betrachtet wird. Für manche bedeutet es einfach nur eingesperrt sein, vielleicht gibt´s sogar gedanklich eine Verbindung zum Knast weil die Box ein Gitterkäfig ist, glauben der Hund würde darunter leiden, fühlt sich gar bestraft oder ausgeschlossen, ziehen Parallelen zum Tierheim usw.
Für den Hund ist es glaube ich einfach nur ein Schlafplatz wie jeder andere auch, sofern er alle Kriterien eines guten Schlafplatzes erfüllt (warm, weich, sicher, geeigneter Standort...)

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Flocke » Mo Dez 20, 2010 9:12 am

Ich habe für Paul von Anfang an eine Box benutzt :mrgreen: und tue das auch heute noch. Die Box ist allerdings mit Pauls Größe gewachsen. Seine derzeitige Box hat die Maße: 110x70x80. Ich finde die Teile genial zum Stubenrein werden sowie für die jetzige Situation, da Paul ein kleiner Zerstörer ist. Wenn man überlegt, dass ein Welpe ca. 18 Stunden am Tag schläft und ein erwachsener Hund ca. 15 Stunden am Tag sehe ich kein Problem, ihn stundenweise in seine Box zu schicken. Im Gegenteil: oft kommen Hunde nicht zur Ruhe, wenn sie zuviel Freiheit haben. Gerade ein junger Hund ist mit zu viel Freiheit eher überfordert und kann eher entspannen, wenn er nichts tun braucht.

Selbstverständlich muss die Box für den Hund positiv verknüpft sein. Es muss also eine positive Rückzugsmöglichkeit für den Hund sein. Anfangs hatten wir die ox nachts geschlossen, nach relativer kurzer Zeit blieb sie dann aber geöffnet, eben als er stubenrein war. Geschlossen "muss" Paul nur in der Box bleiben, wenn er allein zu Hause ist.

Ich sehe daran nicht verwerfliches oder Faulheit. Es ist eine praktische Sache die allen Beteiligten das Leben leichter macht.

Aber es ist halt Einstellungssache. Es gibt ja auch genug Leute, die einen Laufstall für Kinder als diskriminierend sehen ... :roll: jeder muss das für sich selbst entscheiden.

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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon Flocke » Mo Dez 20, 2010 9:14 am

Claudia hat geschrieben:
BlueEyes hat geschrieben:Ich vermute dass das Thema Hundebox zu emotional und vor allem zu sehr vermenschlicht betrachtet wird. Für manche bedeutet es einfach nur eingesperrt sein, vielleicht gibt´s sogar gedanklich eine Verbindung zum Knast weil die Box ein Gitterkäfig ist, glauben der Hund würde darunter leiden, fühlt sich gar bestraft oder ausgeschlossen, ziehen Parallelen zum Tierheim usw.
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Re: Hundebox als Erziehungshilfe

Beitragvon martinav » Mo Dez 20, 2010 12:42 pm

Ich bin da mit euch ganz einer Meinung

Flocke hat geschrieben:Gerade ein junger Hund ist mit zu viel Freiheit eher überfordert und kann eher entspannen, wenn er nichts tun braucht.


... und das sehe ich auch ganz genau so.

Ich hatte ja mit Ayla damals auch das Problem, dass sie nicht stubenrein war, habe ja kürzlich geschildert.

Ayla war ein Hund, der nichts kannte und vor so ziemlich allem Angst hatte. Mit ihr hätte ich mit der Box damals keinen Erfolg gehabt, das hätte sie noch mehr verunsichert. Und bis ich sie an die Box gewöhnt hätte, haben wir auch die Stubenreinheit in den Griff bekommen.

Ich überlege mir das gerade, sie hat ja draussen kein Pipi gemacht also hätte ich sie, sofort wenn wir reinkommen, in die Box sperren müssen ... solange bis wir wieder rausgehen ...

Das ist wie mit allem, richtig eingesetzt kann es sehr nützlich sein aber es ist keine Patentlösung für jeden Hund und jedes Problem.
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