Unsere Erfahrungen mit der Verbrennung

... wohin nur? ... was tun?

Moderator: Rudelangehörige

Beitragvon Mike » Mo Feb 21, 2005 3:51 pm

Hallo,

hier nun ein kurzer Bericht über unsere Erfahrungen mit der Verbrennung.

Eins stand eigentlich schon länger fest,- unser Maus sollte verbrannt werden. Warum, fragt sich der eine oder andere! Sheila gehörte wie ein Kind zu unser Familie, sie hat 7 Jahre neben uns im Bett gelegen, hat uns überall hin begleitet, im Urlaub waren wir zusammen, getröstet hat sie uns, wenn wir mal Streit untereinander hatten ( kommt ja in der besten Ehe vor) :rolleyes: und dann soll ich sie beim Tierarzt lassen, nein, da hätte ich ein Leben lang ein schlechtes Gewissen.
Vor einigen Jahren gab es die Möglichkeit noch nicht, weiss gar nicht was ich da gemacht hätte :gruebel: , wahrscheinlich verbotener Weisse auf dem Grundstück vergraben. Aber ein Loch für einen Rotti auszuheben ohne das der Neugierige Nachbar etwas bemerkt ist nicht so einfach.
Andere Länder wie Frankreich die Schweiz ja sogar die USA machen das schon viel länger so, da ist das selbstverständlich, im Gegensatz zu den prüden Deutschen.
Das merkten auch wir in unserem Umfeld, Reaktionen wie " das ist doch sicher teuer", "Sprachlosigkeit" oder "Augenverdrehen" waren da keine Ausnahme. Aber das war und ist uns eigentlich egal was die Leute von uns denken. Ich kann mir vorstellen das sich der eine oder andere Hunde,-Katzen,- oder was auch immer -Besitzer sich nicht traut sein geliebtes Tier zur Verbrennung zu geben genau wegen der oben genannten Reaktionen. Wir jedenfals haben uns dadurch nicht beeinflussen lassen und haben diesen Schritt gemacht.

Sheila wurde in Frankreich, in der Nähe von Strassbourg verbrannt. Ein kleiner Familienbetrieb - Vater und Sohn! Wir durften sogar Lieblingsspielzeug mit bei legen! Das war dann doch etwas mehr :rolleyes:
Silvia hat ein grosses Herz gekauft (Karton), da hat jeder aus der Familie was persönliches reingemacht ( Kuscheltier, Stinkesocken natürlich nicht gewaschen, Handschuhe..) und dann noch ein paar Spielsachen und ein Knochen vom Maus und schon war der Karton voll. In Deutschland, so sagte der Bestatter ist das wohl nicht so einfach wegen der Abgaswerte!!??

Die Kosten:

wir wählten die Einzeleinäscherung, die kostete 240?, dann noch die Urne 200?, da gibt es auch günstigere aber die hat uns gefallen und wir waren der Meinung das hat das Maus verdient. Ja ein bischen verrückt sind wir schon, aber schon zu Lebzeiten hätten wir alles menschenmögliche für Sheila getan.
Es gibt auch noch die Möglichkeit der Sammeleinäscherung, da bekommt man die Asche nicht zurück und die kostet so ca. 120?. Nicht in jedem Haushalt gibt es 2 Verdiener aber 120? sollten schon drin sein, oder?

So, ich hoffe ich konnte dem Einen oder Anderen ein wenig helfen, lasst Euch nicht zu sehr vom Umfeld beeinflussen, entscheidet selber was das richtige für Eure treuen Freunde ist.

Viele liebe Grüsse


Mike und Silvia
Grüße Mike und Silvia
www.rottweiler-vom-dinkelberg.de
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Beitragvon chybo » Di Feb 22, 2005 11:22 pm

Vielen lieben Dank, dass Du trotz Deines Schmerzes diese Geschichte aufgeschrieben hast. :kuschel:
Grüssle

Katja und im Herzen Laika, Chasy, Chyra + Bonny

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Beitragvon JKA » Di Jul 11, 2006 8:02 pm

danke für den Bericht. Irgendwie müssen wir uns ja alle mit dem Thema auseinandersetzen und wie Du das beschrieben hast, würde ich es wohl machen, nur hoffentlich nicht so bald. Wie seid Ihr denn mit dem Krematorium in Kontakt gekommen? :?:

JKA + SINUS
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Beitragvon pralinchenx » Mi Jul 12, 2006 8:04 am

Hallo Mike,

ja, dann habt ihr im Grunde genommen auch so eine "schöne" Erfahrung machen dürfen wie ich letztes Jahr Mitte September. Pepe wurde im Rosengarten verbrannt - und obwohl ich noch immer Raten zahle - ich würde es jederzeit wieder so machen!

Alles Liebe für euch!!!
Liebe Grüße von Heike und Leon mit Pepe und Luna im Herzen und einer verrückten Kaya, dem crazy Jake und Teufelchen Kalle an der Leine 8)
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Beitragvon ursula » Mi Jul 12, 2006 10:26 am

@ Heike:ich pflichte Dir voll bei.

Ich habe meine Erfahrung mit der Einäscherung von Humphrey auch nie bereut.
Liebe Grüsse,Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Beitragvon 99cane99 » Mi Jul 12, 2006 5:28 pm

Wir sind auch froh, unseren Aico wieder zu Hause zu haben - wir bereuen diese Entscheidung ihn einäschern zu lassen überhaupt nicht. Klar haben wir nach bekanntwerden der Diagnose auch überlegt was gibt es überhaupt, ich kannte immer nur einen Tierfriedhof - bis wir dann auf das Tierkrematorium München gestoßen sind. Ich muß auch sagen, die Leute dort super nett und einfühlsam.

Liebe traurige Grüße :heart:
Liebe Grüße

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Beitragvon maria.h » Do Jul 13, 2006 5:01 am

Ich muß sagen das die Einäscherung von SAM die bessere Entscheidung war :heart2:
Das Grab von Tonymaus hat mich sehr, sehr lange belastet :heart: Wir
würden es nur noch so machen.
Viele Grüße aus der Pfalz,
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Beitragvon Tina » Di Jul 18, 2006 11:25 am

Auch wir haben uns, schon seit jahren, dazu entschlossen.
als es dann soweit war, waren wir auch anwesend, haben darauf gewartet, die Urne mit nach Hause zu nehmen.
Es war sehr schwer, zu wissen, was in diesem Augenblick im Krematorium vor sich geht, was dieser Rauch ist....

Und dann die Fahrt nach Hause, die Urne haben wir im Karton hinten rein gestellt, neben den vollgesabberten Fenstern, auf die Decke, auf denen noch die schlammverschmierten Pfotenabdrücke zu sehen waren.

Aber dennoch, jederzeit wieder.
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Beitragvon swenjajara » Di Nov 13, 2007 12:46 pm

Auch für mich stand schon lange fest, dass ich meine Maus (Jara) verbrennen lassen möchte. Für mich ist dieser Gedanke einfach schrecklich, zu wissen das mein Mädchen da unter der Erde von irgendwelchen Gewürms usw. zerfressen wird.
Ich habe ein Institut gewählt, dass meine Mausi zu dem Krematorium überführt, ich dürfte zwar auch dabei sein, aber das würde ich nervlich nicht verkraften. Ich kann am 21.11.07 Jara´s Urne in Wuppertal abholen. Ich habe mir eine sehr schöne aus hellem Wurzelholz ausgesucht. Diese werde ich im Wohnzimmer auf meine Komode unter ihre Bilder stellen und kann vom Sofa aus immer wieder zu "ihr" rüberschauen.
Mit der Einäscherung bzw. mit der Urne habe ich für mich das Gefühl noch irgendetwas von meiner geliebten Maus hier zu haben.
Liebe Grüße
Swenja und Jara von der Regenbogenbrücke
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Beitragvon ursula » Di Nov 13, 2007 12:59 pm

Liebe Swenja!

Das ist ein guter und wichtiger Entschluss...es ist tröstlich,die Urne bei sich zu haben,zu Hause...in der Nähe.

Ich war damals dabei,habe Humphrey bis zur eigtl. Verbrennung begleitet.
Es war gut,ich bin froh über diesen Liebesdienst...und irgendwo ist ein Schock hängengeblieben.Jetzt setzt es sich allmählich.
Aber begleite Deine Jara und verabschiede Dich von ihr...wenn es für Dich geht,es ist nicht schlimm,es ist,als ob sie schlafen..

Ich wünsche Dir alles Liebe,und Du wirst es richtig machen..und es ist dann ein grosser Trost....
Deine Ursula
Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Beitragvon Cosmo » Di Nov 13, 2007 1:25 pm

Wir sind mit Cosmo zu einem Tierkrematorium gefahren. Und ich kann nur allen, die die Möglichkeit haben, raten, dieses auch zu tun. Wir hatten vor Ort sehr sehr kompetente und einfühlsame Menschen, die uns begleitet haben in der Trauer. Cosmo wurde wunderschön aufgebahrt und wir hatten noch mal die Möglichkeit, uns zu verabschieden.
Im Raum der Stille konnten wir uns dann ausweinen und wurden mit Getränken und Taschentücher versorgt. Dann hatten wir 2 Std. Zeit und waren spazieren, haben in Trauerbüchern gelesen und einen Eintrag ins Gästebuch verfasst. Dann bekamen wir die Urne, wir hatten eine vergängliche gewählt, die wir einige Tage später zu Grabe im Garten liessen. Im Frühjahr werde ich es bepflanzen und die langen Nächte leuchtet eine Laterne an der Stelle....
Die Begleitung vor Ort hat uns wahnsinnig bei der Trauerarbeit geholfen, zu mal Cosmo unser erster Hund war und wir sowas schreckliches noch nie erleben mussten....

LG
Caro & Caaya und
Caro mit Caaya und unvergessen
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Beitragvon nunni » Di Nov 13, 2007 9:49 pm

Ich hatte am letzten Samstag das bis dahin ewig aufgeschobene Gespräch mit einer Tierbestattungsfirma, um die Einzelheiten für die Einäscherung von meinem Schatz zu besprechen. Es war ein schwerer, aber notwendiger Schritt. Ich habe meine vorherigen Hunde im Garten meiner Eltern begraben, da ich meine Tiere auch NIE zur Tierverwertung geben könnte! Bei Zito habe ich leider nicht die Möglichkeit (er ist ja auch riesig!), daher war für mich direkt klar, daß ich ihn einäschern lassen werde. Er bekommt eine Einzeleinäscherung, ich werde jedoch zu Hause von ihm Abschied nehmen. Der TA wird ins Haus kommen für die Euthanasie, dann werde ich mir Zeit für den Abschied nehmen und dann die Tierbestatterin anrufen. Zu mehr wäre ich nicht fähig. Ich hoffe, bis dahin dauert es noch eine lange Zeit, ich darf gar nicht dran denken.
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LG Marita + Zito, einzigartig und unvergessen
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Beitragvon habibsanna » Mi Nov 14, 2007 8:17 am

Hallo,
auch wir haben es zuhause machen lassen. Aber bitte vergewissere Dich, dass der TA ihn mit einer Überdosis Narkosemittel einschläfert. Ich denke bei der anderen Methode zuzusehen ist grausam und auch für unsere Lieben nicht in Ordnung (obwohl viele TA darauf schwören). Ich habe mich auch danach zuhause einige Stunden alleine verabschiedet, bis der Tiertransport kam. Im Krematorium habe ich dann aber nachgesehen. Ich wollte einfach sicher sein, dass es mein Paul ist und ich habe ihn selbst auf dieses Gestell gestellt und durchs Fenster zugesehen. Es war mir wichtig zu wissen, in der Urne ist mein liebster Paul. die Urne war dann noch warm und ich habe sie fest auf meinem Schoss gehalten. Heute steht sie direkt gegenüber meinem Schreibtisch und ich kann sie immer sehen. Das tut gut. Ich bereue keine dieser Entscheidungen heute.
Alles Gute
Sanna
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Re: Unsere Erfahrungen mit der Verbrennung

Beitragvon Pici » Mi Aug 04, 2010 11:31 pm

Wow das find ich ja gut das hier so viele die Einäscherung machen lassen haben.
Es ist immer sehr Traurig und mir treibt dieses Thema immer wieder die Tränen in die Augen :heart:
Aber man muss sich leider damit Auseinander setzten.
Ich hab mich notgedrungen auch schon damit auseinander gesetzt. Für mich ist es auch unvorstellbar meine Maus beim TA zu lassen.
Ich hab auch im Internet ein Fam. Unternehmen gefunden und habe mit dem auch schon Telefoniert und mich erkundigt.
Eine Urne zu Hause hinstellen? Wäre für mich eine Qual. Aber ich will sie auch bei mir haben. Ich hab lange Überlegt und wenn es irgentwann so weit ist (was ich hoffe das es noch lange dauert) werde ich sie einäschern lassen und ein Teil der Asche in ein Medalion machen lassen und den Rest verstreu ich an ihrem Lieblingsplatz. So hab ich sie auch immer und überall bei mir selbst auf Arbeit hätte ich sie dann dabei. Und ich finde es schön das es so was gibt.
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Re: Unsere Erfahrungen mit der Verbrennung

Beitragvon 99cane99 » Fr Aug 06, 2010 7:33 pm

Also ich bin froh darüber, dass wir Aico bei uns zu Hause haben.
Liebe Grüße

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