Kennt jemand von euch ein multizentrisches Lymphom?

Woran erkenne ich mycosis fungoides?

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Kennt jemand von euch ein multizentrisches Lymphom?

Beitragvon Lisa » Sa Dez 29, 2007 10:34 am

Hallo,

ich wollte euch was fragen. Und zwar war es so, dass der erste Befund bei der Voodi nur was von Lymphom gesagt hat. Der zweite (Feinnadelbiopsie) hate ich nie in die Hand bekommen, weil er bei der Klinik blieb, die Voodi behandelt hat.
Nur wissen vielleicht einige von euch, dass wir zusätzlich noch eine Misteltherapie gemacht haben und für die Apotheke, die uns die Mistelextrakte geben musste, haben wir einen Bericht von der Klinik gebraucht. Dort schrieb meine Ärztin was von einem "multiizentrisches Lymphom". Weiss einer von euch was das genau ist? Online konnte ich in der Richtung nicht viel finden. Ausserdem ist ein solcher auch nicht in der WHO Liste der Lymphome aufgeführt. Wahrscheinlich ist das kein Name einer Lymphomart, sondern nur eine nähere Erklärung dafür, dass der Krebs alle Lymphknotenzentren richtig denaturiert hat oder so. Bin mir halt nicht sicher. Wollte euch aber trotzdem mal fragen, ob ihr davon mal gehört habt (oder gar eine solche Diagnose persönlich kennt).


Edit: wusste nicht wohin mit der Frage. Falls sie in dieser Kategorie nicht gut rein passt, dann bitte um die Verschiebung. Hab überegt, ob sie für "Befunde" geeigneter wäre. Konnte mich schließlich nicht entscheiden und die Frage kam hier rein.
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Beitragvon Michaela H. » Sa Dez 29, 2007 11:06 am

Hallo Lisa
das multizentrische Lymphom bezeichnet genau dass was du vermutest - den Befall mehrerer Organe... Wenn du es genauer wissen möchtest kannst du dies in meiner Facharbeit nachlesen. Kannst du als pdf auf meiner HP downloaden.
Mein "Lines" hatte auch diese Form :heart:

Liebe Grüsse von
Finn & Michaela
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Beitragvon Lisa » Sa Dez 29, 2007 1:00 pm

Mehrer Organe meinst du? Oder hast du dich verschrieben und meinst: mehrere Lymphzentren? Bei der Voodi waren keine anderen Organe befallen. Weder Lunge noch Milz, war also metastasenfrei in andere Organe.
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Beitragvon Michaela H. » Sa Dez 29, 2007 8:12 pm

Hallo Lisa
ich habe dir mal die Teile aus der Facharbeit reinkopiert die sich auf die multizentrische Form beziehen

2.1. Anatomische Klassifikation (WHO-Schema)

Eine gebräuchliche Differenzierung von Lymphomen basiert auf der anatomischen Lokalisation der Tumorzellinfiltration nach dem WHO-Schema. Danach werden sechs verschiedene Formen des malignen
Lymphoms unterschieden.

Anatomische Formen des malignen Lymphoms des Hundes (WHO 1980)

 multizentrisch
 gastrointestinal
 Thymus/mediastinal
 Haut
 (echte) Leukämie
 andere Formen ( einschließlich renal)

Beim Hund (und auch der Katze) kommen nahezu alle auch beim Menschen bekannten Lymphomtypen vor. Wenig differenzierte beziehungsweise intermediär- bis hoch-maligne Formen treten dabei gegenüber niedrig-malignen Lymphomen deutlich häufiger auf.

Dabei stellt das sogenannte multizentrische oder generalisierte Lymphom (großzelliges Lymphom/ WHO-Klassifikation beziehungsweise zentroblastisches Lymphom/ Kiel-Klassifikation), das im fortgeschrittenen Stadium durch eine generalisierte Vergrößerung der Lymphknoten sowie der parenchymatösen Organe (Leber, Milz) charakterisiert ist, die mit Abstand häufigste Form beim Hund dar.
Einer retrospektiven Studie zufolge waren von 144 Fällen 84% zur Gruppe der multizentrischen Lymphome zuzuordnen, 6,9% primär gastrointestinalen Ursprungs und 5% den mediastinalen Lymphomen zugehörig. Primär extranodale Formen traten seltener auf.

Die ausschließlich an der anatomischen Lokalisation orientierte deskriptive Klassifizierung ist jedoch nur sehr begrenzt aussagekräftig, da selbst Lymphome der gleichen Lokalisation erhebliche Unterschiede bezogen auf ihre Zellmorphologie beziehungsweise Histologie und ihr klinisches Verhalten aufweisen.

2.2. Zytomorphologische Klassifikation
(Kieler-Klassifikation/ Working Formulation)

Zunehmende Bedeutung haben aufgrund der Kritik an den anatomischen Schemata auf zytomorphologischen Kriterien basierende Klassifikationsschemata aus der Humanmedizin erhalten.
Angewandt werden sowohl die sogenannte Working Formulation des National Cancer Institutes als auch die Kieler-Klassifikation.

Großzellige Lymphome (Working Formulation) beziehungsweise der zentroblastische Subtyp (Kiel-Klassifikation) sind, wie bereits erwähnt, die am häufigsten auftretenden Subtypen.
Zu den niedriggradigen Formen gehört nur eine geringe Anzahl der Lymphome des Hundes – nur äußerst selten treten lymphoblastische Lymphome auf.


Klinische Symptomatik des malignen Lymphoms

Die klinischen Symptome des malignen Lymphoms des Hundes sind variabel beziehungsweise relativ unspezifisch und abhängig u.a. von der Erscheinungsform der Erkrankung.

3.1. Multizentrische (periphere) Form

Bei der multizentrischen Form besteht bei den erkrankten Tieren eine mehr oder weniger generalisierte Lymphadenopathie.
Die betroffenen Lymphknoten (periphere, abdominale und/oder thorakale), insbesondere der Mandibularlymphknoten zeigen eine schmerzlose (5 bis 15-fache) Vergrößerung, sind frei beweglich und nicht erwärmt. Darüber hinaus zeigt sich häufig eine Vergrößerung der mesenterialen, sternalen und tracheobronchialen Lymphknoten, sowie eine Hepato- und Splenomegalie, was bei der röntgenologischen oder sonographischen Untersuchung des Abdomens beziehungsweise des Thorax feststellbar ist. Des weiteren besteht oftmals eine leukotische Infiltration des Knochenmarks.
Zu den unspezifischen Symptomen des multizentrischen Lymphoms zählen ein vermindertes Allgemeinbefinden, Erbrechen, Diarrhoe, Inappetenz/Anorexie, Gewichtsverlust, Aszites, Dyspnoe (besonders bei erheblicher Beteiligung der retropharyngealen Lymphknoten durch Kompression von Larynx und Trachea), Polyurie / Polydipsie und Fieber.
Die Vergrößerung der Lymphknoten kann außerdem eine Lymphdrainage obstruieren, was teilweise zu einer lokalen subkutanen Ödembildung führt, welche unter Einbeziehung der ventralen Regionen wie Mandibel, Hals, Thorax und Abdomen sowie der distalen Gliedmaßen auftreten kann.

Differentialdiagnostisch müssen bezogen auf das multizentrische Lymphom die folgenden Pathologien ausgeschlossen werden:

 virale Infekte
 bakterielle Infekte (z.B. Ehrlichiose)
 parasitäre Infekte (z.B. Leishmaniose, Toxoplasmose)
 systemische Mykosen in endemischen Regionen
 Autoimmunerkrankungen (z.B. systemischer Lupus erythematosus)
 Bronchopneumonie oder andere primäre und sekundäre Lungentumore bei bestehendem Lungeninfiltrat
 Infektion oder Metastase eines anderen Tumors bei Befall eines einzelnen Lymphknotens

Ich hoffe das dies deine Fragen beantwortet

Liebe Grüsse von
Finn & Michaela
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Beitragvon Lisa » Sa Dez 29, 2007 11:20 pm

Vielen lieben Dank für deine Mühe Michaela. Ganz ehrlich: mit so einem Bericht habe ich nicht gerechnet, Respekt!

Boah,ich muss aber schon zugeben, dass der Text teils heftig zu verstehen ist. Bzw. die Zusammenhänge nachzuvollziehen und nicht einfach nur die Zeilen durchlesen.

Also dieser ersten Absatz:
Dabei stellt das sogenannte multizentrische oder generalisierte Lymphom (großzelliges Lymphom/ WHO-Klassifikation beziehungsweise zentroblastisches Lymphom/ Kiel-Klassifikation), das im fortgeschrittenen Stadium durch eine generalisierte Vergrößerung der Lymphknoten sowie der parenchymatösen Organe (Leber, Milz) charakterisiert ist, die mit Abstand häufigste Form beim Hund dar.

Was sollte ich daraus verstehen: dass die Milz und Leber nur vergrössert, oder diese bereits vom Krebs befallen sind? Weil man mir gesagt hat, die Lunge und Milz, bzw. alle potentiellen/ gefährdeten Organe wären frei vom Krebs. Wobei ich mir aber fast sicher bin, dass das Knochenmarkt (dieser Satz bezieht sich jetzt auf Punkt 3.1 Multizentrische (periphere) Form) nicht untersucht wurde. Zumindest wurde daraus keine Biopsie entnommen und auch nichts in Richtung Markierung und Bestrahlung <--- hoffe du weisst was ich meine) gemacht.

Komisch finde ich auch, dass bei Voodi keine einzige der aufgeführten Symtomen aufgetreten sind: weder Gewichtsverlust, noch Erbrechen, noch Durchfall, noch Appettitverlust, kein Gewichtsverlust (im Gegenteil machte ich mir sogar Sorgen, dass sie mehr zunimmt) und was das Fieber angeht: Voodi hatte in den letzten 3 Jahren eine fast zu niedrige Temperatur also nicht mal mit der Gebärmutterenzündung Fieber. Was Aszites und Dyspnoe sind muss ich noch kucken. Aber nicht mehr heute, ich muss ins Bett.

Ui, ich hab mal wieder viel Stoff zum Lesen. Echt klasse, du hast mir wieder Appetit auf Wissen gemacht. Könnest du mir bitte noch den Link zu dem ganzen Bericht geben? Wäre dir echt dankbar für.
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Beitragvon 99cane99 » So Dez 30, 2007 8:28 am

Hallo Lisa,

schau doch mal auf der Homepage von Michaela nach, da findest Du alles.

Liebe Grüße
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Beitragvon Lisa » Mo Dez 31, 2007 8:51 am

Klasse Bericht Michaela! Ich habe ihn auf deiner HP gefunden! Danke!
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Re: Kennt jemand von euch ein multizentrisches Lymphom?

Beitragvon vetandi » Fr Jan 06, 2012 1:56 pm

hallo michaela,

danke für deinen bericht eine frage habe ich zu folgendem:

Differentialdiagnostisch müssen bezogen auf das multizentrische Lymphom die folgenden Pathologien ausgeschlossen werden:

virale Infekte bakterielle Infekte (z.B. Ehrlichiose) parasitäre Infekte (z.B. Leishmaniose, Toxoplasmose) systemische Mykosen in endemischen Regionen Autoimmunerkrankungen (z.B. systemischer Lupus erythematosus) Bronchopneumonie oder andere primäre und sekundäre Lungentumore bei bestehendem Lungeninfiltrat Infektion oder Metastase eines anderen Tumors bei Befall eines einzelnen Lymphknotens

unser hund vergrößerte lymphknoten und eine vergrößerte milz.warum muss man infekte u.s.w.ausschließen?es bleibt ja trotzdem ein lymphom oder?
danke und lg andrea
vetandi
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Re: Kennt jemand von euch ein multizentrisches Lymphom?

Beitragvon martinav » Fr Jan 06, 2012 6:16 pm

Hallo Andrea,

Michaela kann dir leider nicht mehr antworten, sie ist vor einiger Zeit verstorben. :heart:

Als Laie verstehe ich es so, dass bei den Symtomen (die ein Lymphom verursacht) auch an Infekte usw. gedacht werden muss. Wenn die Diagnose "Lymphom" allerdings schon ganz sicher ist, kann man diese Untersuchungen wohl vernachlässigen.
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