Nebenwirkung von Doxorubicin (Chemo)

pro und contra

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Nebenwirkung von Doxorubicin (Chemo)

Beitragvon scottie » Do Apr 13, 2006 9:46 pm

Hallo

Ich finde es gut, dass es dieses Forum gibt. Wir sind manchmal unsicher, ob wir das richtige Vorgehen gewählt haben. Bei unserer knapp 15 Jährigen Scottiehündin wurde ein Lymphosarkom festgestellt. Nächste Woche wird herauskommen, ob es T oder B Zellen sind, die betroffen sind. Da es so schnell kam, schien es uns die einzige Lösung eine Chemotherapie zu machen.

Wegen ihres hohen Alters haben wir uns für eine extensivere Therapie entschieden: Nicht alle Woche, sondern nur jede dritte Woche Doxorubicin.

Am Montag hatte sie die erste Chemo. Jetzt (Donnerstag Abend) ist sie matt und energielos. Oft ist ihr übel und sie hat schon dreimal erbrochen. Zudem hatte sie keinen Appetit, was ich bei ihr das erste mal überhaupt sah!

Kennt jemand eine Linderung der Nebenwirkungen? Wann kann man damit rechnen, dass es bergauf geht? Wird sie nach jeder Chemo so reagieren, oder wird sie die folgenden besser ertragen?

Ich wäre sehr dankbar um Erfahrungsberichte in diesem Gebiet.

VIELEN DANK !

Bettina mit Tessie
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Beitragvon martinav » Do Apr 13, 2006 10:08 pm

Hallo Bettina,

erst einmal herzlich Willkommen, hier findest du bestimmt immer ein offenes Ohr.

Deine Fragen zur Chemo können dir am besten Sabine, Ursula oder Tipsy beantworten.
Sabine hat, soweit ich weiss, das Immunsystem von Penelope mit Colostrum gestärkt.
Sie werden sich bestimmt bald melden.

Ich wünsche euch für die nächste Zeit viel Kraft.
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Beitragvon 99cane99 » Fr Apr 14, 2006 6:24 am

Hallo Bettina,

von mir auch ein trauriges herzlich Willkommen hier im Forum. Der Anlaß ist immer furchtbar, wenn wieder eine liebe Fellnase erkrankt ist.

Zur Chemo kann ich Dir leider nichts sagen.

Ich wünsche Euch noch eine ganz ganz lange gemeinsame Zeit und alles alles Gute.

Liebe Grüße
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Beitragvon maria.h » Fr Apr 14, 2006 9:42 am

Hallo Bettina,

auch von mir ein :heart2: ..liches Willkommen in unserer kleinen Runde.

Zur Chemo kann ich nur sagen das ich/wir sie damals bei unserer Tony

(Jack Russell 4,5 Jahre) abgelehnt haben. Wir bekamen die Prognose von

12 Monate Lebenserwartung mit Chemo, ohne einige Wochen.

Wir nahmen lieber eine Beschwerde freie kurze Zeit ohne Behandlungen.

Als eine Chemotherapie mit all ihren Einschränkungen.

Aber das muß jeder für sich und seinen Hund entscheiden. Ich hoffe Du

fühlst Dich bei uns wohl und geborgen mit all den Fragen und Kummer.
Viele Grüße aus der Pfalz,
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Danke für die ersten Antworten

Beitragvon scottie » Fr Apr 14, 2006 11:25 am

Danke für euere Schreiben. Heute nacht hatte sie durchfall. Heute morgen geht es ihr besser. Sie konnte das Essen behalten und hat eine Wurstspur im Garten verfolgt und einen kurzen Spaziergang gemacht. Sie kriegt Tigerbalsam an gewissen Akupunkturpunkten eingecremt, meine Akupunkturtierärztin meinte, dass würde übelkeit lindern. Zudem kriegt sie noch ein Medikament gegen übelkeit.

Wäre nett, wenn noch mehr schreiben könnten, wie sie die Chemo erlebt haben. Wie die Hunde auf die folgenden Therapien reagiert haben und wie man die Nebenwirkungen minimieren kann


Vielen Dank

Bettina
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Beitragvon Michaela H. » Fr Apr 14, 2006 7:06 pm

Liebe Bettina,
erst einmal herzlich willkommen obwohl der Anlass natürlich traurig ist. Die Nebenwirkungen,die du beschreibst kannst du mit Nux Vomica C30 1x tgl. 5 Glob., in Akutphasen halbstündlich bis zur Besserung mildern. Das entspricht jetzt natürlich nicht den Grundsätzen der klassischen Homöopathie (und eigentlich bin ich auch gegen konkrete Hinweise ohne den Hund zu kennen) sondern bezieht sich nur auf die Symptome,die bei deiner Hündin als Begleiterscheinung zur Chemotherapie auftreten. Eine Linderung der Begleiterscheinungen zur Chemotherapie wäre grundsätzlich auch in Form einer Akupunkturbehandlung möglich. Allerdings ist eine Stimulation entsprechender Akupunkturpunkte durch Tigerbalsam nicht wirklich wirkungsvoll,da solltest du lieber diese Punkte durch Akupressur stimulieren,wenn du eine Nadelung oder Laserakupunktur nicht möchtest.
Grundsätzlich würde ich dir empfehlen, über eine komplementäre Behandlung mit HORVI nachzudenken,da die Intervalle (alle 3 Wochen) gross genug sind,könnte mit Horvi zwischen den Chemotherapien behandelt werden.Ergänzend sind zudem Gaben von Selen und Zink zu empfehlen. Und natürlich sollte auch die Ernährung entsprechend umgestellt werden. Zu allem findest du hier im Forum ganz viele Informationen, gebe einfach die entsprechenden Begriffe als Suchwort ein.

Für alle Infos gilt natürlich,dass es nicht DEN Behandlungsvorschlag gibt,sondern die Therapie sollte individuell auf den jeweiligen Hund bezogen erfolgen.
Eventuell liegen ja beispielsweise auch noch andere Erkrankungen vor,die dabei berücksichtigt werden sollten (z.B. altersbedingte Herzprobleme o.ä.).

Liebe Grüsse,
Michaela & Finn
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Hallo

Beitragvon ursula » Fr Apr 14, 2006 8:29 pm

Liebe Bettina!

Ich war von gestern morgen bis jetzt fort,sonst hätte ich Dir gleich geantwortet.
Zuerst einmal ein trauriges,aber herzliches Willkommen.
Wir haben mit unserem Golden Retriever Humphrey die komplette Chemotherapie gemacht,ca. ein halbes Jahr.Zu Beginn war er über 7 Jahre und ist kürzlich mit 8 gestorben,
Alles in allem hat er die Chemo gut vertragen.Am Anfang war er am nächsten Tag,aber am schlimmsten eigtl. am 3. recht matt und erschöpft-appetitlos.Mit der Uebelkeit war es nicht so schlimm,aber ganz wohl war ihm auch nicht.Ich habe ihm dann,auf Tipps aus dem Forum Colostrum Pulver (Percovital) gegeben und das hat enorm gewirkt,Zink und Selen,wie Michaela richtig geschrieben hat,und um die Chemo-Tage herum Paspertin-Tropfen-nach Bedarf.Manchmal hat man gar nichts gemerkt,kann sein,es ist das nächste mal besser.Colostrum und Paspertin-Tropfen hat auch Sabine verwendet.
Als es ihm zum Schluss recht schlecht ging,bekam er noch Nexium für die Magenschleimhaut.Frag Deinen Arzt gezielt danach.Gerade bei einem älteren Hund sollte man die Begleiterscheinungen so leicht als möglich machen.
Also,Colostrum war für sein Gesamtbefinden fast ein Wundermittel,es stützt und stärkt das Allgemeinbefinden ,aber nicht den Krebs.
Wenn Du sonst Fragen hast,schreib bitte.wenn ich ein bisserl was beitragen kann,bin ich froh.
Man kann einiges tun,um die Lebensqualität ziemlich gut zu gestalten.
Alles Liebe von Deiner

Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Nochmal ich

Beitragvon ursula » Fr Apr 14, 2006 8:39 pm

Liebe Bettina!

Ich hab jetzt Deinen letzten Beitrag nochmal gelesen.
Ich schreib Dir gern morgen noch etwas mehr,wie wir die Chemo erlebt haben,wir hatten ja 4 verschiedene Präparate.
Alles Liebe einstweilen,
Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Beitragvon Tina » Fr Apr 14, 2006 9:02 pm

Liebe Bettina,
ein trauriges, aber herzliches Willkommen hier. Zur Chemo kann ich Dir leider nichts sagen, wir hatten uns für Horvi entschieden, war aber leider schon zu spät. Wie aber schon geschrieben wurde, hier findest Du viele Tipps und Hinweise.
Ich wünsch Dir viel Kraft, die Du jetzt brauchst. Auch wenn es unheimlich schwerfällt, versuch Dir nicht allzu viel anmerken zu lassen, sei, soweiet es geht, völlig "normal" Deinem Hund gegenüber.
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Beitragvon maria.h » Sa Apr 15, 2006 6:15 am

Morgen Bettina,

habe nochmal über Euer Schicksal nachgedacht. Ihr seit wirklich zu beneiden,

ihr hattet bisher 15 wunderschöne (wahrscheinlich gesunde) Jahre.

Ich frage mich: Wollte ich im Alter von 100 Jahren noch eine Chemo?

Für mich würde ich es nicht wollen, auch nicht für andere die mir am

Herzen liegen. Ich würde nur noch versuchen zu lindern und zu

genießen :heart2: Bitte verstehe mich nicht falsch, es ist nur meine ganz

persönlich Meinung (ich würde nicht mal jetzt eine Chemo wollen).

Ich hoffe das ich Dir nicht auf die Füße getreten habe :heart2:
Viele Grüße aus der Pfalz,
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Hallo

Beitragvon ursula » Sa Apr 15, 2006 7:53 am

Guten Morgen Maria und Bettina!

Was Maria schreibt,ist durchaus zum Nachdenken.Zumalen Krebs in höherem Alter ja nur sehr langsam wächst.
Jetzt ist die Frage an Dich,Bettina:wie hat das angefangen?Schleichend oder abrupt?
Bei uns hat es von einem Tag zum anderen begonnen und es war sofort eine Entscheidung zu treffen.Humphrey hat am Anfang L-Asparaginase bekommen,mit Vincristin,dann Cyclophosphamid,nochmal Vincristin und dann Doxorubicin.Nach Doxo. war immer die längste Pause,weil es das Stärkste ist,ist ja eine Kombination mit einem starken Antibiotikum.Am Anfang gab es noch ein paar Wochen mit Cortison.
Ich verstehe die Chemobefürworter und -gegner.Es kommt natürlich sehr auf die Ausgangsverfassung an,die Verträglichkeit und auch,wie sich der Hund bei den behandlungen und bei Arztbesuchen fühlt.
Wir haben da eher Glück gehabt,weil es Humphrey recht gut gegangen ist und er einer der wenigen ist,die sogar gern zum Tierarzt gehen.Ich möchte das halbe gewonnene Jahr nicht missen.
Aber Michaela schreibt ganz richtig,es muss für den einzelnen Hund passen und es gibt viele Möglichkeiten.Es ist durchaus möglich,dass nach der nächsten Behandlung gar nichts besonderes passiert,aber das Wichtigste scheint mir die Lebensqualität.
Es ist so schwer zu beurteilen und es ist furchtbar,dass ein Hund,der ein so schönes Alter erreicht hat,an seinem Lebensabend mit dieser furchtbaren Krankheit konfrontiert wird.
Inzwischen wünsch ich Euch alles Gute,
Eure Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Beitragvon chybo » Sa Apr 15, 2006 8:32 am

Hallo Bettina,

ein Willkommen auch von mir in dieser kleinen Runde.
Magst Du Dich auch ein bissi vorstellen unter User stellen sich vor? Vielleicht magst Du auch etwas mehr zu Tessie's Geschichte schreiben?

Ich muss Dir sagen, dass ich für Maria's Beitrag dankbar bin. Ich persönlich gehöre hier nicht grad zu den Befürwortern einer Chemotherapie - nicht bei dieser Krebsart.
Ja, und dann ist da wirklich die Frage: Who wants to live forever?
Deswegen schreibe ich auch erst jetzt...

Sorry, aber ich bin Realist und ich habe manchmal Sensibilität mit der Gabel gegessen... aber 15 Jahre ist für einen Hund ein wunderschönes Alter. Ich wollte, meine Wauzis wären so alt geworden. Selbst bei Anea kann ich davon rassebedingt nur träumen.

Ich würde meinem Hund in diesem Alter nur noch eine schöne und vor allem stressfreie Zeit bereiten wollen. Aber das spiegelt wie gesagt nur meine Meinung wieder.
Tips zum Stärken des Immunsystems wurden Dir bereits geschrieben. Nun liegt es an Dir, nachzudenken...

Ich wünsche Dir und Deiner Tessie noch eine schmerzfreie Zeit und Dir wünsche ich ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Lass Tessie Deine Sorgen nicht spüren, sie braucht jetzt Deine ganze Liebe und Fürsorge.

:grouphug:
Grüssle

Katja und im Herzen Laika, Chasy, Chyra + Bonny

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Beitragvon Daggy und Mora » Sa Apr 15, 2006 12:31 pm

Hallo Bettina,
ein herzliches und auch trauriges Hallo von uns!

Hm, 15 Jahre ist wahrlich ein sehr stolzes Alter, welches weit über der heutigen Lebenserwartung eines Hundes liegt. Da kannst Du schon mal enorm stolz drauf sein. Allerdings sehe ich da eine Chemo auch nicht ganz so positiv, da ja wirklich der Stoffwechsel schon sehr langsam in dem Alter ist und sie dementsprechend längere Zeit zum Verarbeiten braucht. Gerade diese Übelkeitsgeschichte würde ich da nicht so auf die leichte Schulter nehmen, denn ein Hund kann wirklich in 2 Wochen rapide abmagern und das schwächt dann noch zusätzlich. Nux vomica tut da sicherlich gut, wie schon geschrieben wurde... mein Hund ist fast 11 und ich habe mich gegen die Chemo entschieden, weil sie einfach in keinem guten Allgemeinzustand war/ist, so dass sie diese enorme Belastung einer Chemo nicht gut wegstecken würde. Ich habe mich dann für Homöopathie entschieden und damit bis jetzt Super-Erfolge erzielt. Allerdings finde ich die Horvitherapie durchaus auch sinnvoll und vor allen Dingen wahrscheinlich besser zu verkraften als eine Chemo. Collostrum ist auch bei vielen gut angekommen. Dann würde ich halt nach ihrem gesundheitlichen Allgemeinzustand gehen und ob es für sie Streß bedeutet, in die Klinik zu fahren usw. Denn alles was wir hier rausschlagen können ist leider nur Zeit und die Frage ist ja wie gestaltet man die letzte Zeit für Tessie? Bei Mora habe ich gesagt, es ist einfach besser es ihr noch so schön wie möglich zu machen und wir haben halt nur auf Immunstärkung und Entgiftung im "natürlichen" Sinne (Bicom) gesetzt - und es geht ihr auch nach 10,5 Monaten noch gut dabei (die Ärzte hatten ihr nur 3 Mon Lebenserwartung zugesprochen). Allerdings hat Mora auch kein Lymphom, sondern Lunge, Herz und Zwerchfell (also der ganze Thoraxbereich ist betroffen) sind mit großflächigen Tumoren befallen.
Eine schwere Entscheidung liegt vor Dir und ich hoffe, Du findest die Kraft, die Du jetzt brauchst. Ich wünsche Euch noch eine lange, schöne und unbeschwerte Zeit miteinander.
Beste Wünsche und Grüße,

Daggy und Mora

Ps: Den Tigerbalm würde ich in jedem Fall weglassen, da gerade diese ätherische Öle beim Hund nie innerlich angewendet werden sollten (giftig und reizend für die Magenschleimhaut). Wenn sie sich den ableckt? Man weiß ja nie, so schnell kann man manchmal gar nicht gucken, wie die sich das ablecken.
Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben - Cicley Saunders
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Beitragvon scottie » Sa Apr 15, 2006 5:09 pm

Hallo zusammen

Vielen dank für die vielen Antworten und lieben Zeilen. Heute geht es ihr wieder ein Stück besser. Sie hat nicht mehr erbrochen und wieder Appetit. Sie war fröhlich auf einem kurzen Spaziergang und hat Ball gespielt. Meist geht es ihr am Morgen nicht so gut. Wahrscheinlich vom langen Herumliegen über Nacht. Nach einer wurstspur im Garten hatte sie wieder Lebensmut.

Vielen Dank für all die Tipps von Ursula, Michaela und Daggy gegen die Nebenwirkungen. Ich werde mich gerne darüber schlau machen und meinen Tierarzt und meine Akupunkturtierärztin dazu befragen.

Ich begreife die "Chemogegner" Argumente. Bei komplexen Problemen gibt es immer Vor und Nachteile abzuwägen und die individuelle Situation zu berücksichtigen.

Hier Tessie's Geschichte, damit ihr vielleicht nachvollziehen könnt, warum wir so gehandelt haben.

Hier die Vorgeschichte:

Tessie hatte bis jetzt wirklich ein schönes Leben. Sie ist in ihrem Leben mehr als Zürich -Los Angeles und retour gelaufen und liebt Agility und Plauschhundesport. Sie lebt in einem Rudel, früher nur mit ihrem Bruder, heute mit drei nicht nah verwandten Scotties. Sie hat eine grossartige Persönlichkeit besonders jetzt im Alter entwickelt, strahlt Souveranität und Zufriedenheit aus. Weil sie immer viel bewegt wurde, hat sie eine tolle Kondition. Letzten Sommer kam sie mit auf lange Bergwanderungen und als wir abend zurückkamen, brachte sie den Ball zum spielen! Sie ist einfach eine unglaubliche "Ratte"
Sie war eigentlich immer gesund, mit etwa 6 Jahren hatte sie einen bösartigen Tumor zwischen den Zehen, der so meisterhaft enfernt wurde, dass nie mehr derartiges auftrat. Um sie fit zu halten, geht sie öfters in die Akupunktur und in die Hydrotherapie. Zudem bewegen wir sie angemessen und sie ging bis vor der Chemo in das Mobilityplauschtraining. Den ein Hund muss leben wollen, um gesund zu bleiben. Wenn er sein Köpfchen gebrauchen kann und Erfolge verbuchen kann, weiss er, dass er noch etwas kann, noch für etwas gebraucht wird. Diese gibt ungaublich viel Lebensenergie. Zudem kriegt sie GAG Gelenkspulver. Das Rudel hält sie jung. Die Hunde sind sehr harmonisch miteinander.


Im Februar entdeckte ich zwei subcutane Knoten. Es waren zwei gutartige Plasmozytome. Anfangs März war der rechte Lymphknoten beim Kiefer geschwollen. Eine Punktierung zeigte einen reaktiven Lymphknoten, aber noch keinen Krebs. Am 5. März bemerkte ich, dass die Lymphknoten an den Hinterläufen auch gewschollen waren. Tags darauf ging sie zum Tierarzt, der verwiess uns ans Tierspital in Zürich (Radio-Onkologie), das international renomiert ist auf dem Gebiet.

Nach der Untersuchung dort stand fest, dass alle äusseren Lymphknoten vergrössert sind und ein Lymphosarkom vorliegt

Wir lieben Tessie über alles und nicht liegt uns ferner, sie für unser Ego leiden zu lassen, aber folgende überlegungen führten uns zur Entscheidung:

Tessie ist ausgesprochen fit. Alter allein ist noch keine Krankheit. Die Lymphknoten kamen so schnell, dass sie mit grösster Sicherheit innert weniger Wochen qualvoll gestorben wäre. Wir hätten uns unsägliche Vorwürfe gemacht, wenn sie in so kurzer Zeit gestorben wäre und wir ihr nicht die Chance gegeben hätten. Im Allgemeinen vertragen Hunde die Chemo gut und die Erfolgschancen sind hoch. Meine Akupunkturtierärztin befürwortet die Chemo in Kombination mit Iscador. (P c Hg) Ebenso mein Tierarzt und die Tierärzte im Tierspital. Wenn die Therapie anschlägt, kann sie noch einen schönen Sommer erleben. Wir mussten es einfach probieren. Tessie lebt so gerne! Sie hat uns so viel gegeben. Es war wohl kurz vor dem point of no return zum handeln.


Natürlich sahen wir auch die Nachteile. Deswegen haben wir uns für das kurze Protokoll entschieden.

Ist HORVI ein homöpathisches Mittel?


Vielen Dank nochmals für all Eure Bemühungen. Eure Anteilnahme ist wirklich sehr lieb.

Liebe Grüsse

Bettina mit Tessie, Scully, Flash und Camilla
Zuletzt geändert von scottie am Di Apr 18, 2017 8:21 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Michaela H. » Sa Apr 15, 2006 6:26 pm

Liebe Bettina,
die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie muss letztendlich jeder für sich persönlich treffen. Was ich allerdings sehr bedenklich finde,ist den Vorschlag deiner Akupunkturtierärztin, parallel zur Chemo eine Misteltherapie mit Iscador zu machen. Die Mistel ist nachweislich eine phantastische Therapiemöglichkeit bei fast allen Krebsformen aber beim Lymphosarkom eher kontraindiziert und ich würde dir dringend davon abraten :!: . Du findest nähere Infos dazu in meiner Facharbeit zum Lymphosarkom des Hundes (kannst du kostenlos auf meiner HP downloaden).
Bei der Horvi-Therapie handelt es sich nicht um Homöopathie,sondern um Enzyme/Schlangengifte. Viele Infos zu Horvi findest du hier in Forumsbeiträgen,wenn du Horvi als Suchbegriff eingibst.

Liebe Grüsse,
Michaela
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