Chemotherapie kompakt

pro und contra

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Beitragvon JKA » So Sep 03, 2006 6:00 pm

Ja, wir meinen schon dasselbe. ;-) Wie ich sagte, gibts es auch short oder Intensivprotokolle, bei denen mit erhöhten Dosen usw. gearbeitet wird. Die klassischen Protokolle (z. B. von der DVG) sind 130 Wochen, unseres ist auch so lang. Was ich meinte ist, dass es so oder so (fast) immer zu einem Rezidiv kommt und damit die Chemo wieder neu beginnt, so dass es quasi eine lebenslange Chemotherapie wird. Das sollte halt man vor der Therapieentscheidung wissen. Zeitlang behandeln und dann gesund ist es eben nicht.

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Beitragvon Lisa » So Sep 03, 2006 6:49 pm

Naja... ich weiss nicht was ich sagen soll, aber bei uns waren es schließlich auch 1,5 Jahren ohne Rezidiv... und wer weiss ob/wann ein solcher wieder gekommen wäre. Sie wurde ja so 12 Tage vor ihrem Tod noch gut untersucht und man hätte doch geschwollene Knoten mit dem Ultraschal oder was weiss ich: durch Abtasten gemerkt. 8 Tag vor dem Tod wurde sie ja operiert.
Vor daher... ich glaube schon an eine mögliche Heilung, auch wenn sie einem wie ein Wunder vorkommen muss.
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Beitragvon martinav » So Sep 03, 2006 6:49 pm

Ja, Heilung gibt es wohl nicht. :roll:

Aber wenn das Protokoll durch ist, wäre es doch auf jeden Fall schonender, bis zum Auftritt eines Rezidivs zu pausieren. Was der Krebs nicht schafft, erledigt die Dauer-Chemo.....
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Beitragvon Lisa » So Sep 03, 2006 6:50 pm

martinav hat geschrieben:Was der Krebs nicht schafft, erledigt die Dauer-Chemo.....

Oder das Alter wenn man das so sieht... ;-)
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Beitragvon JKA » So Sep 03, 2006 8:04 pm

@Lisa

Das Voodoo 1,5 Jahre ohne Rezidiv war, ist ein toller Erfolg und natürlich weiß keiner was noch gekommen wäre, statistisch gehörte sie damit zu den 42 %, die auf 18 Monate "mediane Überlebenszeit" kommen. Und es gibt ja einige "Wunderheilungen" auf die ich natürlich bei meinem SINUS auch hoffe. Rein statistisch ist das aber leider unwahrscheinlich, besser man hofft auf eine lange Remission, die Ihr ja offensichtlich hattet. Wenn man Glück hat, entscheidet dann wirklich irgendwann das Alter.

@martinav
Genau daher gibts es ja auch soviele Protokollformen, z.b Intensiv vs. Long. Die "Longleute" setzen eher auf länger dauerne Geringdosierung (Erhaltung) mit längeren Pausen, die "Short / IntensivLeute" eher auf das Prinzip "kurz und heftig danach abwarten ". Statistisch gesehen konnten Intensivprotokolle nicht mehr Erfolg erzielen als Longprotokolle (eher weniger, was ich so gefunden habe), wobei man nicht vergessen darf, das die Therapien individuell sehr unterschiedlich wirken und vertragen werden. Was nun wirklich besser ist, ist selbst unter Experten umstritten.

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Beitragvon martinav » Mo Sep 04, 2006 10:45 am

Ich kenne leider das genaue Protokoll nicht, nur das es sich um das Wisconsin Protokoll handelt...aber länger dauernde Protokolle sind ja auch irgendwann zu Ende. Hier soll ja die Chemo bis zum Lebensende! verabreicht werden.
Wie lange eine Remission andauert kann niemand voraussagen. Es gibt zwar Statistiken aber Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ayla hat man im April 2004 max. 1 Jahr ÜZ vorausgesagt (auch mit Chemo, um die wir bisher gsd herumgekommen sind).
Eine Chemotherapie ist für den Organismus eine riesen Belastung, dass ist Fakt und ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass ein Hund, der eine Dauerchemo bekommt, eine Chance hat alt zu werden.
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Hallo

Beitragvon ursula » Mo Sep 04, 2006 11:29 am

Hallo!

Man lernt nie aus,offenbar ist es sehr individuell verschieden,auch die Mittel,die verwendet werden...Humphrey hatte ein Wisconsin,begonnen Ende August im Vorjahr und leider Rezidiv 1 Tag vor der letzten Chemo am 17.Februar.
Das Problem war,dass dann keine Chemo mehr greift,dann probiert man eine Rescue Therapie..
Wenn die Remission sagen wir 18 Monate anhält und man dann eine 2. erfolgreiche Chemo durvhführt,wird die Remission im Allgemeinen die Hälfte der vorigen (in diesem Fall 9 Monate) betragen.
Ich habe den Eindruck gewonnen,dass Horvi vor allem ein tolles Mittel ist,wenn nur einige Lymphzellen befallen sind und (noch) nicht alles massiv geschwollen.Darum habt Ihr und Sabine auch solchen Erfolg.
Mich würd ehrlich interessieren,ob es auch so toll hilft,wen man ein Intensiv-Protokoll macht(auch bei fortgeschrittener Form) und dann Horvi nachgibt,ich hab den Eindruck,es wirkt umso besser,wenn gerade nichts geschwollen ist,wenn man anfängt.
130 Wochen ist lang,aber wenn es der Hund gut verträgt und die Pausen länger werden,kann man damit sicher gut leben.
Warum muss es diese Krankheit nur bei unseren armen Vierbeinern geben?Wenn das einer beantworten könnte...

Alles Liebe und viel Erfolg für Sinus,
Eure Ursula & Humphrey im Regenbogenland
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Beitragvon JKA » Mo Sep 04, 2006 7:27 pm

ja, warum bekommen unsere Tiere so eine Krankheit, eine grosse Frage die nicht beantwortet werden kann - auch einer der Gründe, warum die Therapien so "unvollkommen" sind.
Über Kombinationen von Horvi und Chemo gibt es kein (gesichertes) Material, ich denke das liegt daran, dass auch Horvi in einer Studie der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologie / Schweizerische Krebsliga und einer Studie der Deutsche Krebsgesellschaft als "Krebsbehandlung ohne nachgewiesene Wirkung" eingestuft wurde. Es gibt aber immer wieder positive Einzelberichte. Muß man sich also selbst ein Urteil bilden und seine Therapieentscheidung treffen, denn wenn man nichts unternimmt, kommt sehr schnell das Ende.


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Beitragvon Lisa » Mo Sep 04, 2006 9:01 pm

Ich glaub, ein wichtiger Punkt ist auch zu erkennen, um welche Lymphomart es sich handelt. Nach der WHO-Klassifikation gibt es um die 30 Arten von LDK und deswegen greifen manche Therapien (Medikamente) besser und manche schlechter an. Die Klassifikation in T-oder B-Zell Erkrankung ist meiner Meinung nach zu wage, in der Humanmedizin wird da viel mehr differenziert und die Therapie - dauer, -form, -intensität der jeweiligen LDK-Form dem Individuum besser angeglichen.
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Beitragvon martinav » Di Sep 05, 2006 1:29 pm

Ayla war vielleicht ein schlechtes Beispiel, auf Horvi wollte ich gar nicht hinaus....

Das mit der Bestimmung ist auch so ein Ding, besagte Frau hat auf eigene Faust untersuchen lassen, ob es sich um B oder T-Zellen handelt. Die Klinik war ganz erstaunt, warum sie das wissen wolle......
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Beitragvon JKA » Mi Sep 06, 2006 5:31 am

Ja, Lisa hat völlig Recht. In der Humanmedizin wird viel Aufwand für die Typisierung der Krankheit getrieben (z.B. viele spezielle Marker entwickelt) um dann später die Therapie genau abzustimmen (z. Bsp für spezielle Patientengruppen). Bei der Behandlung wird viel Geld für die Überwachung und Kontrolle der Therapie ausgegeben, während beim Hund allenfals untersucht wird ob es B - oder T-Zellen sind und außer Blutbild wird kaum weiter kontrolliert. (Kosten !). Man sieht aber bei Hirschberger in den Grafiken sehr schön, dass, wenn man nicht den optimalen Therapieverlauf trifft, immer genügend Krebszellen in aktiven Zellstadien "übrig bleiben" und irgendwann ein Rezidiv durch erneute Mutation mit Medikamentenresistenz auftritt. Die "Wunderheilungen" sind möglicherweise zufällige Treffer eines optimalen Therapieverlaufs.

@martinav

hab mich vielleicht falsch ausgedrückt.
ich wollte Horvi und alternative Therapien nicht bewerten, sondern versuchte nur eine Erklärung, warum man schulmedizinische Daten über diese Therapien oder Kombinationen Alternativ / Schulmedizin nicht findet. Was sich findet sind entweder Berichte Betroffener oder Daten von Medikamentenherstellern oder einzelnen Therapeuten. Gesicherte und im Sinne der Schulmedizin, anerkannte Daten werden aber nur durch kontrollierte Studien an randomisierten, streng kontrollierten Patientengruppen gewonnen. Durch die grossen Kosten solcher Studien, findet sich da in der Veterinämedizin noch weniger als in der Humanmedizin und dadurch das die Alternativtherapien so eingestuft wurden, zahlt auch in der Humandmedizin keine Krankenkasse und fließt kein Geld in solche Studien. Man muß sich also, wie ich sagte, selbst ein Urteil bilden.

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Beitragvon martinav » Mi Sep 06, 2006 1:14 pm

Ich weiß, drum betreiben wir auch unsere eigene Studie.:zwinker:
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Beitragvon JKA » Mi Okt 21, 2009 9:29 pm

Ich habe mal ein aktuelleres, allerdings ziemlich "schwer verdauliches " Dokument über dieses verdammte maligne Lymphom gefunden. Ziemlich interessant, aber 200 Seiten! Ziemlich interessante Einleitung usw.

Dokument: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=983455694&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=983455694.pdf

Gruss
Titus und JKA (und unvergessen - SINUS)
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Beitragvon Lisa » Mi Okt 21, 2009 10:58 pm

Ich habe mal ein aktuelleres, allerdings ziemlich "schwer verdauliches " Dokument über dieses verdammte maligne Lymphom gefunden. Ziemlich interessant, aber 200 Seiten! Ziemlich interessante Einleitung usw.

Dokument: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=983455694&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=983455694.pdf


BOAH! Ich bin begeistert! Endlich wieder Frischfleisch zum Aufsaugen!! :mrgreen: :mrgreen: :zwinker:
Habe momentan leider nur seeeehr wenig Zeit, aber: die Seite bleibt mir erhalten.

Liiiieeeeben Dank!!
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Beitragvon JKA » Mi Okt 21, 2009 11:14 pm

Your welcome! ;-)
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